(Photo: A.L.)
Neue Rektorin bringt viel Erfahrung mit
(Sigmaringen/sz) Die Schüler begrüßen ihre Rektorin gerne per Handschlag. Sie suchen Nähe. Offensichtlich finden sie die bei ihr. Zu der neuen Chefin pflegen die Schüler bereits ein vertrautes Verhältnis. Das liegt daran, dass Jaschke-Zimmermann seit fünf Jahren an der Schule ist. Schnell übernahm die Sonderschullehrerin Verantwortung. Weil die frühere Schulleiterin Sabine Bimek krankheitsbedingt ausfiel, sprang Frau Jaschke ein. Kommissarisch leitet sie die Schule seit knapp einem Jahr. Seit diesem Schuljahr ist sie offiziell in Amt und Würden. Bei einer Feierstunde gestern in der Aula der Schule wurde die 50-Jährige als Schulleiterin begrüßt. Eine Vielzahl von Rektorenkollegen war gekommen, was deutlich macht: "Sigmaringen ist ein Schul- und Bildungszentrum erster Güte", sagte Bürgermeister Dr. Daniel Rapp. Er erneuerte sein Versprechen, dass die Stadt gewillt sei, ihrer Verantwortung als Schulträger gerecht zu werden.
Walther Paape vom Schulamt kritisierte die gesellschaftliche Entwicklung. Die obere Schicht müsse ihren Pflichten nachkommen, Verantwortung zu übernehmen und für weniger Talentierte und Akzeptierte einzustehen. "Das scheint aus der Mode gekommen", mahnte der Schulamtsdirektor.
"Einen beeindruckenden Erfahrungshintergrund" bringe Jaschke-Zimmermann mit: Nach dem Abitur hängte sie eine Gärtnerlehre an, ein Praktikum führte sie auf den Weg der Sonderschulpädagogik. Die jetzige Schulleiterin lernte die Arbeit mit Behinderten in Mariaberg kennen und arbeitete für den Landkreis als ehrenamtliche Familienhelferin. Seit 1988 arbeitet sie als Sonderschullehrerin - und kam nach diversen Stationen vor fünf Jahren an die Sigmaringer Förderschule.
Dass die Schule und ihr Umfeld es gutheißen, dass eine Lehrkraft aus den eigenen Reihen berufen wurde, machten verschiedene Redner deutlich. "Sie kennen die Schule von innen und von außen", sagte Schuldekanin Adelheid Schleyer.
Elternvertreterin Isolde Katzmann dankte für den Einsatz während der Übergangszeit. Einen "herzlichen, ehrlichen und heiteren Glückwunsch" sprach Schülersprecherin Daniela Alber aus. Ludwig Kotthoff von der Nachbarschule betonte: "Wir Bilharzianer wissen eine kompetente, kooperative und freundliche Rektorin in unserer Nähe." Keinen Zweifel daran, dass Jaschke die richtige sei, ließ Margret Oerding, die dienstälteste Lehrerin an der Schule.
Jaschke versprach, alles zu tun, um ihren Schülern die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben zu ermöglichen. Nicht umsonst sprach Schulamtsdirektor Walther Paape von einer Herkules-Aufgabe. Sabina Jaschke wird ihre ganze Kraft benötigen, denn der Stellvertreterposten bleibt vakant. Das Ministerium muss entscheiden, ob die Stelle überhaupt wiederbesetzt wird.
Von unserem RedakteurMichael Hescheler
Südkurier (Kurt Löscher)
Vakante Leitungsstelle besetzt
An der Luise-Leiniger-Schule in Sigmaringen wurde Sabina Jaschke-Zimmermann nach zwei Jahren Vakanz als Schulleiterin in ihr Amt eingeführt. Die Förderschule ist Bestandteil der Sigmaringer Schullandschaft.
Wollen an einem Strang ziehen (von links): Schulamtsdirektor Walther Paape, Sabina Jaschke-Zimmermann und Bürgermeister Daniel Rapp.
Sigmaringen – Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie der Kollegenkreis bereiteten am gestrigen Donnerstag der neuen Schulleiterin der Luise-Leininger-Schule ein herzliches Willkommen. Umrahmt wurde die Feierstunde von einer Flötengruppe „Dixieland“. Viel Beifall erhielten auch die Schülerinnen und Schüler mit einer Theateraufführung „Das Lied der bunten Vögel“.
Als erster Redner ergriff Bürgermeister Daniel Rapp das Wort. Sigmaringen mit seinem Schul- und Bildungszentrum sei ein Schulstandort erster Güte. Die Luise-Leininger-Schule sei ein bedeutender und wichtiger Bestandteil dieser Schullandschaft. Die Abkürzung „LLS“ stehe für Leben, Lernen und Spielen und verleihe der Schule ein besonderes Profil. „Wir sind stolz auf diese Schule“, sprach Rapp auch im Namen des Gemeinderates und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit mit der neuen Leiterin.
Die Geschichte der Luise-Leininger-Schule sei in den vergangenen Jahren wechselhaft verlaufen, blickte Walther Paape, Leiter des Amtes für Schule und Bildung, kurz zurück. Dass der Schulbetrieb und das Tagesgeschäft weiterliefen, sei einem erfahrenen Kollegium und der umsichtig agierenden stellvertretenden Schulleiterin Sabina Jaschke-Zimmermann zuzuschreiben. Paape: „Aber Schulbetrieb und Tagesgeschäft sind nicht alles. Es gilt für jede Schule, darüber hinaus Akzente zu setzen, Visionen zu entwickeln, Netzwerke zu schaffen.“ Den Schülern und Abgängern dieser Schulart, so Paape weiter, müsse erheblich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Gilt es doch, möglichst viele von ihnen in gesellschaftliche Verantwortung hinzu zu führen“.
Dieser Auftrag an die Förderschulen, ihre Schüler als akzeptierte Mitglieder in die Gesellschaft zu führen, könne laut Paape nur dann erfüllt werden, wenn ihn entsprechende Lehrerpersönlichkeiten umsetzten. Die neue Direktorin Sabina Jaschke-Zimmermann habe eine Herkulesaufgabe übernommen, für die sie Umsicht, Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft brauche.
Auch die Elternbeiratsvorsitzende Isolde Katzmann, die Schulsprecherin Daniela Alber, der Rektor der Bilharzschule Ludwig Kotthoff und Margret Oerding für das Kollegium, hießen in kurzen Worten die neue Schulleiterin willkommen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kollegen habe sie dazu bewogen, sich als Leiterin der Förderschule zu bewerben, sagte die neue Direktorin Sabina Jaschke-Zimmermann am Ende ihrer offiziellen Einführung.
Photos: A.L.
Aktuell: Elternbrief zum Schuljahresende 08/09
Kinder kommen Meinrad von Au auf die Spur

Unter dem Motto "Geschichte und Geschichten unserer Stadt" hat die Jugendkunstschule Sigmaringen eine neue Themenreihe gestartet, die sich intensiv mit den historischen Größen Sigmaringens beschäftigt. Unter der Anleitung der Kunsthistorikerin und Leiterin der Jugendkunstschule, Daniela Krezdorn, fanden sich Schüler der Luise-Leininger-Schule ein, um den Maler, Gastwirt und Bürgermeister Meinrad von Au kennenzulernen. Bei einem Rundgang durch Sigmaringen spürten die Schüler Wirkstätten des Namhaften auf: das Haus Sutor (in dem er lebte), das Schlossportal (dort hatte ein Hohenzoller Rudolf von Habsburg die Kaiserwürde angetragen) und Gemälde in der Kirche St. Johann. In der Schule schufen die Schüler am zweiten Vormittag Bilderahmen aus Stuck, fein mit Gold überzogen. Als Vorlage für das Bild gab es ein Portrait des Barockmalers, das die Kinder mit selbst hergestellter Farbe und ihren Ideen versahen. Diese Aktion wurde finanziell unterstützt durch die Landesstiftung.sz/Foto: privat










